Spendenlauf — Pflanzfest — Schüler:innenaustausch mit einer Klasse aus Stargard (Polen)

Trotz Absage des Schuljubiläums wünschte sich die Schulgemeinschaft der Bruno-Hans-Bürgel Grundschule ein gemeinsames Event, um das Gemeinschaftsgefühl der Schüler gleich zu Beginn des Schuljahres zu stärken. Mit Engagement und viel Willensstärke organisierten die Lehrkräfte einen „Schulgemeinschaftsvormittag“.

Der eigentlich für Oktober geplante Spendenlauf wurde auf den 19. September 2025 vorgezogen und mit weiteren Aktionen bereichert. Unter Anleitung von Anja Mattersteig (Stiftung Waldwelten), die schon seit 2023 den Schulgarten betreut, pflanzte jede Klasse ihren eigenen Naschobst-Strauch. Außerdem absolvierten Studenten der HNEE ihre Prüfung zu Waldpädagogen, indem sie die Schüler im offenen Angebot „Naturdetektive“ im Schulgarten der Schule betreuten. In interaktiven „Missionen“ gingen die Kinder einem Mordfall durch giftige Vogelbeeren auf die Spur und wurden zu Experten im Zuordnen von Nahrung, Fell- und Fußspuren. Hinzu kamen Bastelangebote, und die Station des Waldschweins. Auch eine Fotobox für gemeinsame Siegermomente der Spendenläufer war auf dem Schulhof aufgebaut und mitten drin ein Deutsch-Polnischer-Schüleraustausch.

Die 6.Klasse der Partnerschule im polnischen Stargard und die 5W der Bruno-H.-Bürgel Schule begegneten sich an diesem Tag zum ersten Mal. Vorher wurden bereits Steckbriefe geschrieben und ausgetauscht, sodass das Kennenlernen etwas leichter viel. Mit ersten Deutschkenntnissen, viel Englisch und moderner Technologie kamen die Kinder schnell ins Gespräch, wie Jana Wolter, Lehrkraft der Bruno-H.-Bürgel Schule, berichtet. Nach dem gemeinsamen Pflanzen der Obstbäume wanderten die Klassen zum Zoo, wo sie sich nach einem Besuch in der Zooschule auch in gemischten Kleingruppen frei bewegen durften. Gelebte Offenheit und Toleranz führten schnell zu ersten Kontakten.

Bereits um 5:30 Uhr machte sich die polnische Klasse in Stargard auf den Weg, begleitet von zwei Lehrkräften und ihrer Direktorin. Doch wie kam es eigentlich dazu? Hauptinitiatoren waren Jana Wolter und Martin Mandla-Liebsch von der Bürgel-Schule, sowie ihre polnischen Kolleginnen, Sarah Pech und Ania Sawinska. Nach einem ersten Kontakt im Januar 2025 folgten viele Ideen, bis schließlich ein Kennenlernen zweier Klassen beschlossen wurde. Aus einem scheinbar verrückten Gedanken wurde Realität.

Und während neue Freunde gemeinsam den Eberswalder Zoo erkundeten, durften sich andere weiterhin sportlich betätigen. Jahrgangsweise gingen die Schüler in den Gertraudenpark, um dort je 20 Minuten für die Einrichtung der vergrößerten Schulbibliothek Spenden zu sammeln. Auch der Förderverein unterstützte den Tag mit Verpflegung für alle Sportler, kümmerte sich um die Gastgeschenke für den Austausch und war ehrenamtlich aktiv, um Stimmen für das Eberswalder Bürgerbudget zu sammeln.

„Sie heißen Wunscherfüller, nicht Förderverein, ohne sie geht gar nichts. Wir müssen unsere Wünsche nur laut denken und schon sind sie dabei das für uns zu organisieren und umzusetzen“, so Katrin Wegner Schulleiterin der Bruno-Hans-Bürgel Grundschule. Natürlich sei sie auch dankbar, für die zahlreichen Eberswalder, die beim Bürgerbudget für die Bürgel Schule gestimmt haben, aber Katrin Wegner weiß das Engagement des Fördervereins zu schätzen. So auch bei den Geschenken für die polnische Austauschklasse. Jedes Kind erhielt ein Bürgel-Shirt, um damit Zusammengehörigkeit zu zeigen. Gemeinsame Freundschaften entstanden aus der einfachen Initiative motivierter Lehrkräfte. Somit kann dasLehrkräfteteam nach diesem gemeinsamen Vormittag auch sagen: „Für uns war es trotzdem ein schönes Schulfest, obwohl das eigentliche Jubiläum verschoben werden musste, ein gelungener Start ins neue Schuljahr“. Jetzt mit einer Partnerschule in Polen.

Und der Kontakt soll nicht abreißen. Denn „die Kinder waren begeistert und haben uns gefragt, wann wir uns wieder treffen“, berichtet die Lehrerin Ania Sawniska nach diesem Tag. Geplant sind schon ein Gegenbesuch zu Ostern, bei dem die 5W ihre neuen Freunde in ihrer Heimat besuchen wird, sowie ein erneutes Kommen der Polen zum verschobenen Schulfest nächsten Juni. Die Schulleitung sieht in diesem Austausch ein klares Zeichen für Offenheit und Toleranz und eben auch Zusammenhalt.

geschrieben von Fenja Wegner